Einleitung

Sasaki Gensô Rôshi
[Portrait]

Sasaki Gensô (geb. 1947) studierte östliche und westliche Religionsphilosophie in Tokio. 1966 wurde er Schüler des Zen-Meisters Ômori Sôgen und begann seine Übung in Kalligraphie (Hitsuzendô) und Schwertkampf (Hôjô). 1983 bestätigte Ômori Rôshi ihn als Nachfolger.

1984 gründete Sasaki Rôshi das Dôjô 'Ryû-Un-Zendô' in Tokio. Seit 1992 lehrt er am Asahi Culture Center (Tokio). Seit 1990 kommt er für Sesshin nach Europa.

Aus der langen, von Meister zu Meister weitergegebenen Rinzai-Tradition heraus hat Sasaki Gensô Rôshi eine eigene Methode entwickelt. Sie umfasst Zazen, Hôjô (Zen-Weg mit dem Schwert), Hitsuzendô (Zen-Weg mit dem Pinsel) und Kôan-Schulung.


Zen-Übung

Zazen

Zen ist Zazen. Zazen ist dein unmittelbarstes Zeugnis. Die Übung im Sitzen ist die direkteste Verwirklichung des Dharmas mit Körper, Atem und Geist. Dharma ist jetzt da. Durch unaufhörliches Bemühen wird unser Ki fließend und voll. Zazen erweckt uns zur Freiheit der großen Natur.

Hôjô

Dieser Schwertweg realisiert den unbewegten Geist. Wir üben die Ki-volle Atmung, Gehen und das Schlagen mit dem Holzschwert. So entfalten wir allmählich Wucht und Großzügigkeit, letztendlich ohne Schwert.

Hitsuzendô

Dieser Kunstweg ist die Zenübung mit einem großen Pinsel. Spielend schreiben wir mit Tusche auf weißem Papier. Diese unwiederholbare Linie weckt unsere Fähigkeiten.

Gymnastik

Mit fließenden Bewegungen und Dehnungen halten wir die wichtigsten Stellen des Körpers geschmeidig. Diese Übungen helfen uns die richtige Haltung des Zazen einzunehmen und unseren wahren Körper hervorzubringen.

Sesshin

Während eines Sesshin üben wir etwa eine Woche lang täglich insgesamt ungefähr acht Stunden Zazen in Abschnitten von etwa 30 Minuten. Hinzu kommen Hitsuzendô, Gymnastik und Grundübungen für Hôjô. Dazwischen gibt es drei Mahlzeiten mit anschließender Pause und Samu (Arbeit im Haushalt). Abgesehen vom ersten und letzten Tag beginnt der Tagesablauf jeweils um vier Uhr früh mit dem Wecken und endet um zehn Uhr abends zur Nachtruhe.
Beim Hôjô-Sesshin beträgt die tägliche Übungsdauer eigens für Gymnastik und Hôjô etwa vier Stunden. Entsprechend beläuft sich die Gesamtdauer für Zazen auf rund sechs Stunden. Das übrige Progamm gestaltet sich nahezu gleich.